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27.11.2006 19:04

Berliner Zeitung

Auf der Suche in der Suchmaschine Google nach dem Titel "Von Berlin nach Moskau", also nach dem Namen meines Haupt-Blogs, stieß ich auf einen aktuellen Beitrag in der Berliner-Zeitung.

[Zitat Anfang]

Von Berlin nach Moskau

Dascha Kudryavtseva

Jeder Moskauer, der mich in Berlin besucht hat, hat mich gefragt: "Wo sind denn alle Leute?" Denn für jemanden, der aus Moskau kommt, erscheint Berlin ganz leer. Als ob "alle ausgestorben sind", wie wir Moskvitchi sagen. In der U-Bahn, im Park, sogar auf dem Boulevard Unter den Linden gibt es kaum Leute. Moskaus Innenstadt ist immer voll, Tag und Nacht - im Zentrum rund um den Kreml und an der Hauptstraße Tverskaja gibt es ständig einen ganzen Fluss von Leuten. Das ist sehr verständlich, wenn man bedenkt, dass Moskau 10,5 Millionen Menschen hat, Berlin dagegen 3,4 Millionen.

Dafür gibt es in Berlin viele Tiere. Manchmal scheint es mir, es gibt mehr wilde Tiere in Berlin als Leute. Ein Fuchs oder ein Wildschwein in Moskau? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Bei uns sieht man einen Fuchs eher als schönen Pelzmantel. Meine Begegnungen mit Füchsen und Eichhörnchen im Berliner Tiergarten (im Zentrum der Stadt!) und im Schlosspark Charlottenburg gehören zu den Anekdoten, die ich zurück nach Moskau bringen werde.

Als ich in meiner ersten Woche in Berlin abends ins Studentenwohnheim Eichkamp zurückkehrte, habe ich oft Geräusche im Gebüsch gehört. "Ein Räuber!", ist der erste Gedanke, der im Kopf einer Moskauerin auftaucht. "Oh, wieder diese Wildschweine", denkt ein Berliner. "Warum jagt sie niemand?", fragt mein Moskauer Bekannter, und kann kaum glauben, dass das verboten ist. Bei uns wären alle Wildschweine längst Bulette oder Speck.

Die Autorin stammt aus Moskau und lebt seit September in Berlin. Sie macht ein Praktikum bei der Berliner Zeitung.

Berliner Zeitung, 21.11.2006

[Zitat Ende]

Daraufhin antwortete ich in einem kurzen Leserbrief.

Guten Abend,

der kleine Artikel von ihnen hat mir sehr gefallen, zumal ich selbst beabsichtige im nächsten Jahr von Berlin nach Moskau zu gehen. Zumindest erstmal für einen Monat, um das Leben dort zu spüren.

Aber es stimmt wirklich. Manchmal ist Berlin wie leergefegt. Selbst an einem Freitag oder Samstag Abend. Gerade erst am letzten Wochenende meinte ein Freund, der zu einer Party mit der S-Bahn kam: "Wo sind denn die ganzen Leute? Der Bus ist leer, die Bahn ist leer, die Straßen sind leer..."
Mich wundert es manchmal auch, aber gibt es auch Tage, an denen es doch recht voll Leben ist.

Das mit den Tieren stimmt wohl. In Berlin gibt es alles, Eichhörnchen, Füchse, Igel, Mäuse, Ratten, Tauben, Spatzen, Adler, Turmfalken, Fledermäuse, Rehe, Hasen und Wildschweine. Eine Freundin aus Moskau war auch sehr überrascht, dass uns ständig des Nachts Tiere über den Weg liefen. Aber gerade darum mag ich Berlin auch.
Im Tiergarten, ihre beschriebenen "Räuber", das sind entweder die unzähligen Häschen, die sich dort im Paradies tummeln, oder kleine weiße Mäuschen. Denn ich machte im Dunkeln diese Entdeckung, als es überall im Gebüsch raschelte, und ich mit meiner Fahrradlampe auf Suche ging. Viele kleine Mäuse kamen aus ihren Erdlöchern gekrabbelt und wühlten durch das Gestrüpp. Also keine Angst vor Räubern. ;o)
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