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02.08.2007 14:53
Russisches BerlinDer Fernsehsender RBB bringt in dieser Woche in den Regionalnachrichten der Berliner Abendschau kurze Beiträge über das russische Berlin.
Am Montag wurde ein Beitrag über die Gazprom
gesendet. Die Gazprom ist ein relativ gewaltiges russisches Unternehmen, das Erdgas in viele
Länder exportiert. Die Gazprom
Germania ist eine Filiale, die in Berlin einen Sitz in der Markgrafenstraße mit etwa 120
Mitarbeitern hat. Die russischen Pipelines des Unternehmens versorgen großflächig Deutschland
und Westeuropa. Und seit wenigen Tagen ist Berlin sogar in Besitz der ersten
Gasprom-Benzin-Zapfsäule der Stadt. Ohne sonst übliche Zwischenhändler sollte dort der Gaspreis
besonders günstig sein. Doch diese Überlegung liegt weit fehl.
Berlin - Dobro poschalowat! Herzlich willkommen an der Erdgas-Zapfsäule der Gazprom Germania! Die steht bei der "Fox"-Tankstelle in der Nähe des Flughafen Tegel und ist die erste in Berlin und Deutschland. Aber zur Gazprom habe ich noch ein ganz persönliches Erlebnis aus Moskau mitgebracht. An einem sehr grauen und matschigem Tag in Moskau in der ersten Woche lief ich mit zwei anderen Mitgereisten entlang der Moskva durch den kalten Winter. Es wurde schon dunkel und die Leuchtreklamen von Gazprom und Megafon zwinkerten in blau von den Dächern herab. Diejenige von Megafon auf einer großen Halle, die auf den ersten Blick wie eine Fabrik des Konzerns aussah, war dann aber so verlockend mit der Spiegelung in einer riesigen Pfütze, dass ich meine Digitalkamera zücken musste. Ich kniete mich nieder und die anderen beiden standen neben mir und warteten bis ich fertig war. Doch kaum hatte ich das Foto ausgelöst, brauste ein wildgewordener Moskauer mit seinem Wagen auf der sonst leeren Straße heran. Und er fuhr genau durch die Pfütze, dass es einen riesigen Guss mit einem ordentlichen Wusch über uns gab. Wir waren komplett mit Schneematschschlamm von oben bis unten eingesaut. Wenn das nicht eine freundliche Willkommensgeste war.
Am Dienstag wurde von dem Moskau Inkasso Team berichtet, das Schulden auf denkbar fragwürdige Weise eintreibt. Kräftige Bodybuilder, meist Russen, ziehen durch die Stadt, um den Schuldnern auf den Leib zu rücken. Selbst der Blick auf die Webseite zeigt ein Bild, das Angst machen soll. Das Inkasso Team setzt die Schuldner unter Druck, indem sie immer häufiger, immer unerwartet an Plätzen auftauchen, an denen sich der Schuldner befindet. Sie konfrontieren ihn jedes Mal wieder mit der Zahlung, selbstverständlich nur mit Worten. Doch die Art und Weise und das Aussehen der Eintreiber wird sicher schon so manchen Schuldner zum Zahlen überredet haben.
Am Mittwoch gab es einen für mich besonders interessanten Eintrag über ein Lebensmittelgeschäft in Marzahn: der Mix-Markt. Von meiner Wohnung aus ist er zu Fuß in etwa 20 Minuten erreichbar. Und ich war selbst schon einmal dort, als ich vor zwei Jahren in dem Gebäude meinen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren musste. Ich kann mich nur vage daran erinnern, aber dass es sich um solch ein russisches Mekka handelte, ist mir kaum bewusst. Ich denke es wird Zeit, mal wieder einen Abstecher in die Jan-Petersen-Straße von Berlin-Marzahn zu machen. Am Donnerstag wurde über Charlottenburg und die vielen, oft noblen russischen Geschäfte oder Restaurants berichtet. Ganz besonders hat sich dort ein Ikonen-Restaurateur einen Namen gemacht, der in seinem Geschäft eine unglaubliche Vielfalt an Ikonen anbietet. Am Freitag wurde im Beitrag der Abendschau zum Thema russisches Berlin über ein kleines Dörfchen in Potsdam vor den Toren der Stadt berichtet. Dort befindet sich die Siedlung Alexandrowka, die ganz einem russischen Musterstädtchen nachempfunden ist. Am Samstag gab es einen Bericht über einen kleinen russischen Laden in der Schievelbeiner Straße. Das Geschäft nennt sich Kasatschok, was soviel wie Kosakentanz beudeutet. Der Laden hat sich zu einem beliebten russischen Treff im Kiez Prenzlauer Berg etabliert. Es gibt die wichtigsten Dinge des russischen Lebens von Lebensmitteln bis zu Filmen in Orginalsprache. An bekannten Souveniers kann man Wanka bzw. Wstanka (auch geschrieben Vanka bzw. Vstanka) erwerben, ein sogenanntes Stehaufmännchen mit dickem kugelrundem Bauch, so dass es sich immer wieder aufrichtet, wenn man es umkippen möchte. Am Sonntag wurde der Abschlussbeitrag zu dieser Reihe gebracht. Russische Musik in Diskos aus Mitte oder Marzahn.
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