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pinolino
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pinolino » blog » Lyrik


     
25.10.2006 13:45

Augenblick

für Isabella

Sanft sprudelt das Wasser der Quelle,
Zweige wiegen tanzend im Wind,
Zarte Knospen befreien sich des Mantels,
die der Kälte verdrossen sind.
Lieblicher Duft verbreitet sich
Erleuchtet das Farbenmeer,
Vogelstimmen erklingen hell,
Verzaubern den Wald so sehr.

Zaghaft beginnt ein neues Leben,
Dem der junge Fisch entspringt,
Unbeholfen platscht die Flosse,
Im Rhythmus der Natur nun schwingt.
Begibt sich auf die lange Reise,
Stets flussabwärts mit den Wellen.
Entdeckt die Welt mit großen Augen,
Verwunschene Plätze und Gesellen.

Findet nun ein lauschiges Plätzchen,
Zwischen Algengrün und Anemonen,
Hat sofort ein Auge geworfen
Auf die Rose, will bei ihr wohnen.
Sie willigt ein, bietet ihm Schutz
Vor dem brennenden Sonnenschein,
Erfreut über diese willkommene Geste,
Möchte ewig mit ihr zusammen sein.

Schmetterlinge kreisen durch die Lüfte,
Schwalben zwitschern es über dem Teich.
Denn der Fisch und die blühende Rose
Ineinander vernarrt und zugeneigt.
Gemeinsam verbringen sie Tag um Tag,
Von herrlichster Früh bis spätester Stund’,
Sie lachen, sie leben, sie lieben sich,
Beschließen den trautesten, festen Bund.

Gummistiefel waten durch das Moor,
Und halten am Ufer zur Rast,
Die finstere Schlinge wird ausgeworfen,
Die Versuchung wird ihm zur Last.
Blitz und Donner, Naturgewalten,
Prasselnder Regenschauer,
Aufgegeben, zugeschnappt,
Versunken in elender Trauer.

Während er flog, hat er sie angeschaut.
Er sah ihr tief in die Augen.
Sie erwiderte seinen Blick,
Am Himmel flogen weiße Tauben.
Glückshormone schossen durch ihre Adern,
Erfüllten sie mit Glückseligkeit.
Tränen fielen, Freudentaumel,
Ende der gemeinsamen Zeit?

Jede Nacht starrt sie in die Ferne,
Trotzt Wind, Schnee und Eis.
Beobachtet den Sternenhimmel,
Umgeben von schillerndem Weiß.
Der Winter zerrt an ihren Kräften,
Doch sie gibt ihn nicht auf,
Aug" in Aug" sehen sie sich an,
Das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Tränen rollen über ihre Wangen,
Ein heftiger Sturm kommt auf,
Gefrieren zu funkelnden Perlen,
Zersplittern und fliegen hinauf.
Im glitzernden Dunkel der finsteren Nacht
Erstrahlt die Hoffnung und scheint
Im Sternzeichen der fischenden Rose,
Auf ewig beisammen vereint.

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