30.10.2006 16:27
Philipp und der grüne Ball
Philipp fegte den Strand entlang und wirbelte hinter
sich eine kleine Staubwolke auf. Lachend schallend
spielte er mit seinem grünen Ball, den ihm sein Vater
geschenkt hatte.
Das war ein wundervoller Sonntag am Meer. Die Sonne
schien so warm auf die Haut, dass es zu Kribbeln
begann. Und der Himmel war so blau wie seine
Lieblingseissorte. Dafür würde Philipp sogar jeden
Abend freiwillig um Acht zu Bett gehen, wenn er zuvor
eine Kugel Schlumpfeis bekäme.
Er tobte am Wasser hin und her und schoss seinen
grünen Ball mit aller Kraft in den blauen Himmel. Im
hohen Bogen flog der Ball davon, als handelte es sich
um einen Vogel. Philipp sah ihm erstaunt nach. Und
rannte hinterher. Da geriet er ins Wanken, stolperte
über eine Sandburg und fiel der Länge lang zu Boden.
Vor Schreck hatte er seinen Mund ganz weit aufgerissen
und war mit der Nase genau im großen Sandturm
gelandet.
Das war ekelhaft. Unzählige Sandkörner klebten auf
seiner Zunge, und es knirschte zwischen den Zähnen.
Vergebens versuchte er den Sand mit den Fingern aus
dem Mund zu pulen.
Aber wo war denn nur sein grüner Ball geblieben?
Entsetzt fuhr Philipp auf und blickte in alle
Himmelsrichtungen. Wo ist der grüne Ball?
Philipp entdeckte weit draußen auf dem Meer einen
winzigen grünen Punkt. Aber sein Ball war doch viel
größer? Enttäuscht schaute er drein.
Mit herunterhängenden Schultern schlurfte er zurück zu
seinem Vater. Er war so traurig über diesen Verlust.
Doch sein Vater versuchte ihn zu trösten, indem er ihm
sogar eine doppelte Portion Schlumpfeis versprach.
Aber Philipp war damit nicht zufrieden, denn womit
sollte er nun spielen?
Der Vater zog Philipp zu sich heran und drückte ihn
ganz fest. Er wuschelte mit der Hand durch sein
braunes Haar und sagte sogleich, dass er sofort am
Montag einen neuen Ball kaufen würde. Einen noch viel
viel schöneren. In ganz blauem Schlumpfblau.
Da leuchteten die Augen vom kleinen Philipp auf, und
er begann wieder zu lachen. Wann ist denn endlich
Montag?