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pinolino
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 Träume dein Leben und lebe deinen Traum!
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pinolino » blog » Prosa


     
27.12.2006 15:16

Lauras Reise Teil 2

Das Mädchen blickte ihn skeptisch an und hoffte nur, dass er keine bösen Absichten hegte. Als der Mann ihr erschrockenes Gesicht sah, versuchte er die Situation aufzuklären.
"Ich habe einen schrecklichen Krampf im Nacken, wärst du so nett mir den Rücken zu massieren?"
Er legte sich auf das weiche Bett und wartete auf die Antwort des Mädchens.
Sie war noch immer verunsichert, ob sie es wirklich tun sollte.
Sie tat es einfach, er war doch eigentlich so nett zu ihr.
Also setzte sie sich auf seinen festen Hintern und begann seinen Rücken zu massieren.

Bald taten ihr aber davon die Hände weh. Es wurde ihr zu langweilig und außerdem hatte sie keine Lust mehr auf sein Gestöhne. Also wollte sie das die beiden etwas anderes zusammen machten. Sie schlug vor, dass sie beide zusammen ein Film anschauen könnten.
Aber sie sah kein Fernsehgerät im Turmzimmer. Doch ihr Wunsch sollte erfüllt werden. Er stand auf und holte einen Apparat ins Zimmer und einen DVD-Spieler.
Er hatte zwei DVDs zur Auswahl, und sie entschied sich für „Susi und Strolch“. Weil er nur die beiden DVDs gefunden hatte. Die eine war ein brutaler Film, den wollte er ihr nicht antun. Und darum musste es „Susi und Strolch“ sein.
Doch irgendwas fehlte ihr immer noch. Sie wollte jetzt unbedingt Popcorn haben. Doch wo sollte er denn nun auf die schnelle Popcorn her bekommen?

Zufällig hatte er im Auto unten eine Popcornmaschine. Also rannte er die Stufen runter und holte sie schnell aus dem Kofferraum. Oben wieder angekommen, bekam er einen Schock, denn das Mädel war auf dem Bett eingeschlafen.
Er schaute sie an, wie sie da mit ihren langen schwarzen Haaren lag und schlief.
Er ging zu ihr, setzte sich neben sie und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.

So wie sie da vor ihm lag, sah sie aus wie ein schöner Engel. Er beobachtete sie und sah ihr mit einem Lächeln beim Schlafen zu. Am liebsten wollte er nun wissen, was sie träumte. So wie sie lächelte, musste es ein schöner Traum sein. Sollte er sie wecken oder schlafen lassen? Er dachte eine Weile darüber nach, bis sie auf einmal ihre Arme nach ihm ausstreckte und ihn an sich zog.
Leise hauchte sie einen Namen: "Antonio".
Er hieß aber nicht Antonio. Wen meinte sie bloß?
Und was sollte er nun machen?
Sie zog ihn an sich, doch er konnte sich nicht freuen. Wer war nur Antonio? Er schaute sie immer wieder an, wie sie neben ihm lag, bis er sich zu ihr legte und in ihren Armen einschlief.

Als er wieder erwachte, sah er sich im Raum um, konnte sie aber nirgends entdecken. Hatte er alles nur geträumt?
Er stand auf und plötzlich fiel ein Zettel vor ihm herunter.
Auf dem Zettel stand:
„Die Nacht war sehr schön ... aber ich muss jetzt gehen. Bitte suche nicht nach mir, denn du wirst mich nicht finden. Ich bin es nicht wert ... dass man sich mit mir einlässt ... denn so nett wie ich ausschaue bin ich nicht ... ich habe auch meine Familie. Wie soll ich das meinen Mann und den Kindern erklären? Also suche mich nicht!“

Er las den Zettel immer wieder und fragte sich quälend, was sie damit nur gemeint haben könnte. Heißt es nicht in einem Sprichwort, wer suchet, der findet?
Die komischen Zeilen von ihr ließen ihm keine Ruhe und unzählige Fragen schossen ihm in den Kopf. War Antonio ihr Ehemann? Warum ist sie dann zu ihm ins Auto gestiegen? Nach endloser Gedankendiskussion kam er letztlich zu folgendem Entschluss:
Ich muss sie finden!

Er hatte doch noch so viele offene Fragen an sie! Doch wie sollte er sie nur finden? Mit einer Portion Glück, und wenn er die Straße im Auge behalten würde, wo er sie aufgegabelt hatte... Aber er konnte doch nicht die ganze Zeit über an dieser einen Straße stehen, Löcher in die Weltgeschichte starren und warten. Also überlegte er sich eine gewiefte Strategie, wie er sie am besten finden sollte! Er entschloss sich, Flyer an die Ampeln zu heften, denn irgend jemand muss sie doch außer ihm gesehen haben und kennen!

Er fuhr nach Hause und begann die Zettelchen zu gestalten. Doch da stand er schon vor dem nächsten großen Problem. Was sollte er bitte auf die Flyer schreiben? Er wusste nicht einmal ihren Namen... Also schrieb er folgendes:
„Ich suche die Unbekannte, mit der ich im Turm im Bett lag... Die Unbekannte, mit der ich vorher „Susi und Strolch“ gesehen habe... und ... und ... und ... ...die mich mit ihren schwarzen langen Haaren so fasziniert hat. Bitte melde dich bei mir! Ich habe muss dich wieder sehen!“
Natürlich hoffte er, dass sie sich rasch melden würde, doch nach zwei Wochen gab er die Hoffnung auf.

Bis plötzlich ein Anruf kam und sich eine Frau meldete:
"Hallo, ich heiße Heidi. Ich bin die Freundin von der Unbekannten, die du suchst. Sie hat mir von ihrem Abenteuer erzählt. Und da habe ich diesen Flyer entdeckt..."
Er überlegte kurz und erwiderte:
"Woher soll ich wissen, dass sie es wirklich sind?"
Sie überlegte kurz und meinte dann:
„Weil ich sonst nicht wissen würde, dass sie Popcorn holen wollten...“
"Gut, gut.“, sagte er, „ich glaube ihnen. Wie heißt ihre Freundin, und wo kann ich sie finden?"
Heidi sagte mit matter Stimme:
„Das wird schwer. Sie will sie nicht sehen.“
„Aber es muss doch eine Chance geben, damit ich sie wieder sehen kann!", erwiderte er besorgt.
„Ja die gibt es. Seien sie morgen in der Ambulanz der Uniklinik. Sie arbeitet dort als Krankenschwester. Vielleicht haben sie eine Chance sie abzufangen...“
Dann legte sie auf.

Er machte sich viele Gedanken. Sollte er einfach so im Krankenhaus auftauchen? Oder sollte er mit einem Grund hingehen?
Aber was für ein Grund sollte er denn angeben, um in die Ambulanz zu gelangen?
Aber da er gut im Simulieren von Krankheiten war, dachte er sich, er könnte erzählen, dass er Herzrasen habe. Und so viel geschwindelt war es dann auch nicht, da er wegen der gesuchten Frau wahnsinniges Herzrasen bekam.
Er freute sich mit gemischten Gefühlen auf den neuen Morgen. Unklar war, was er ihr erzählen sollte? Und wie würde sie darauf reagieren?
Mit diesen Gedanken schlief er ein...

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16.11.2006 13:19

Lauras Reise

Es geschah an einem verregneten Montagmorgen in einem Dorf am Rande des Waldes. Laura verließ das alte Haus. Sie hatte das Klingeln ihres Weckers überhört und musste sich beeilen, denn sie hatte eine Sitzung beim Zahnbehandler. Schon bei dem Gedanken daran lief ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken. Was würde dieser Teufel nur diesmal mit ihr anstellen wollen? Sie wollte ihre Zähne bis zum Tode behalten. Doch wenn es nach ihm ginge, würde er ihr am liebsten sofort jeden einzelnen herausreißen.
In Angst versunken eilte sie weiter. Der Regen peitschte ihr entgegen und sie wischte sich mit ihrer linken Hand die strähnigen Haare aus dem Gesicht. Die Tropfen rannen über ihre Stirn, liefen über den Nasenrücken und perlten von ihrer Stupsnase ab. Auf ihrer Jacke angekommen, vereinigten sich einzelne Tropfen zu schmalen Bächen und flossen geradewegs talabwärts. Am unteren Ende der Jacke, wo sich die Bänder zum Zuschnüren befanden, stürzte ein Wasserfall auf die Erde nieder.
Auf dem Teerpflaster herrschte reges Treiben, das Laura kaum wahrnahm, da sie in Gedanken schon auf dem Höllenstuhl saß. Ohne auf ihren Schutz im Verkehr zu achten, überquerte sie schnurstracks den platt getretenen Zebrastreifen. Ihr Haupt hielt sie gesenkt und zählte: „Weiß, schwarz, weiß, schwarz, weiß, ...“ Ein himmlisches Hornsignal ertönte. Erschrocken blieb Laura auf dem Zebra stehen, neigte ihren Kopf zur Seite und erblickte zwei Lichter. Sie näherten sich rasend schnell in Zeitlupe. Quietschende Reifen. Ein Meter. Fünfzig Zentimeter. Zwanzig Zentimeter. Zehn Zentimeter. Fünf Zentimeter. Zwei Zentimeter. Halt. Das Gefährt hielt knapp vor ihr. Sie versank für einen Moment im Nebel und der Geruch von Gummi schwebte durch die Luft. Der Fahrer kurbelte seine Fensterscheibe herunter. Ein netter Mann streckte seinen Kopf heraus und fragte Laura, ob sie in Ordnung sei, und ob er sie ein Stückchen mitnehmen könnte.
Laura blickte ihn mit weit aufgerissenen Augen an und zögerte einen Moment. Verunsichert stand sie am Straßenrand, wie ein sechsjähriges Mädchen, das von einem Fremden einen Lolli angeboten bekam. In Lauras Kopf setzten sich die Zahnräder in Bewegung und sie wog Gut gegen Böse ab. Sollte sie wirklich zu ihm einsteigen? Er hätte sie um ein Haar platt gefahren? Der gut gebaute süße Typ könnte gefährlich sein? Doch wie ihr Großvater immer zu sagen pflegte: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“
Dann sah sie sich den Kerl noch einmal ganz genau an. Sie musterte ihn vom Scheitel bis zur Sohle. Eigentlich wäre es doch eine nette Entschädigung?
Darum beschloss sie, sein Angebot anzunehmen und in den Wagen zu steigen. Sie öffnete die Tür, setzte sich neben ihm auf den Beifahrersitz und schnallte sich an. Sofort trat der junge Mann auf das Gaspedal und brauste davon. Sie schaute ihn mit ihren braunen Augen fragend an: "Wohin soll die Reise gehen?"
"Lass dich überraschen!", antwortete der Mann grinsend.
Sie fuhren immer schneller und immer weiter fort von dem Dorf und dem Wald, wo Laura aufgewachsen war.
„Wohin will der Mann nur mit mir?“, dachte sie sich während sie den Sonnenschutz herunterklappte. Auf der Rückseite befand sich ein vergoldeter Spiegel, in dem sie ihre nassen Haare wieder zurecht schieben konnte. Aus ihrer Handtasche zückte sie das Schminktäschchen mit Lidschatten, Lippenstift, Schere, Puder, ... und war etliche Stunden beschäftigt.

Die Strasse schlängelte sich einen Berg bis zur Spitze hinauf. Oben angekommen hielten sie an. Er stieg aus und nahm sie bei ihrer Hand. Sie zögerte, doch er griff fester zu und zog sie hinter sich her. Er erklomm mit ihr die Stufen einer Festung und gemeinsam erreichten sie die Turmspitze...

Die Aussicht von oben war umwerfend. Dort gab es lauter Berge und grüne Wiesen.
Die Turmspitze war auch wirklich schön möbliert.
Aber was ihr merkwürdig erschien, war das riesige Bett in der Mitte der Turmspitze. Warum hatte er sie an genau diesen Ort gebracht? Was hatte er geplant?

Eine Fortsetzung folgt demnächst ... sofern denn gewünscht.

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